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Opium fürs Volk (Udo Pollmer)

Auf den ersten Blick wirkt das gut 200seitige Taschenbuch, wie eines aus der Reihe des querlesbaren Kurzinformationspops ala „Warum Frauen schneller frieren“. Der Blick auf den Autor, der auch als Herausgeber fungiert, und die dreißig Seiten Quellennachweise legen dann schnell offen, dass es hier etwas spezieller zur Sache geht. Nach den ersten Seiten bewahrheitet sich diese Vorahnung auch schnell.

Leser ohne etwas Hintergrundwissen in Chemie oder Biologie speziell körpereigener Funktionen, Botenstoffe etc. werden nach wenigen Seiten das Handtuch werfen oder zumindest mit einem Nachschlagewerk vor der Lektüre sitzen. Das macht „Opium fürs Volk“ nicht gerade zur massentauglichen Leseware, es dafür aber zu einem fundierten Schatz.

Inhaltlich finden legale in Lebensmitteln enthaltene Rauschmittel bzw. Substanzen, die erst nach der Verstoffwechslung im Körper eine Rauschwirkung entfalten ihren Platz. Ob Gewürze oder andere Pflanzen, das Buch hat alle im Gepäck. Dabei liegt der Schwerpunkt eher auf der Geschichte und Herkunft der Rauschmittel, als deren Wirkung. Selbstverständlich fehlen Substanzen wie das damalige frei verkäufliche Opium und Kokain ebensowenig wie Alkohol (Bier), diverse Nusssorten und alkaloidhaltige Früchte.

Wer sich mit der Materie auskennt und ein Faible dafür hat, rauscherzeugende Substanzen in den banalsten Lebensmitteln zu entdecken, wird von dem Buch nicht enttäuscht sein. Wer sich allerdings eine Anleitung und Tipps für den legalen Rausch erhofft, dem wird das Buch nicht viel helfen.

Opium fürs Volk
Udo Pollmer (Autor und Herausgeber), Andreas Fock, Jutta Muth, Monika Niehaus (Autoren)
Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN: 3-499-62635-7




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