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Alkohol

Chem. Bezeichnung: Ethanol
Gesetz: legal
Szenenamen: Kurzer, Weißer, Brauner, Lebenswasser, Warmmacher, Pulle…
Alkohol ist das Produkt vergorener Frucht- und Getreidesorten, legal und unterliegt nicht dem BtmG. Wirkstoff ist Äthylalkohol, ein giftiger Kohlenwasserstoff. Rund 40.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an den Folgen des Alkohols

Aufnahme/ Wirkungsdauer
Alkohol wird zumeist oral in Form von Getränken mit einer Konzentration bis zu 80% aufgenommen (teilweise bereits über die Schleimhäute im Rachen). Zudem verbreitet sich der Konsum über die vaginalen oder rektalen Schleimhäute (Slimming, siehe weiter unten). Die Wirkung richtet sich nach Menge und Zustand des Konsumenten. Mit nüchternem Magen wird der Alkohol schneller aufgenommen, als wenn man gerade gegessen hat. Das Maxium des Blutalkoholspiegels wird in ein bis zwei Stunden erreicht.

Rausch
Alkohol wirkt in kleinen Mengen enthemmend und auflockernd. In größeren Mengen erhöht er die Risikobereitschaft, Aggressivität (teilweise) und ist schlafanregend und schmerzlindernd. Zudem ist der Gleichgewichtssinn gestört. Bei Alkoholgenuss über einen längeren Zeitraum lässt die Wirkung nach.

Abbau
Ein Großteil des Alkohols wird bereits im Magen aufgenommen der Rest im Dünndarm. Der Abbau des Alkohols findet vorwiegend in der Leber statt.

Körperliche Wirkungen / Risiken während des Rausches
Alkohol erweitert die Blutgefäße und simuliert dem Konsumenten ein falsches Wärmegefühl, sodass es leicht zu Unterkühlungen kommen kann. Die Unfallgefahr ist wegen erhöhter Selbstüberschätzung und verminderter Reaktionsfähigkeit sehr hoch. Bei einigen Konsumenten ist die Aggressivität gesteigert

Langzeitfolgen
Körperliche Schäden sind bei regelmäßigem Konsum die Regel:
Alle Organsysteme können irreversibel geschädigt werden, da Alkohol den
Körperzellen Wasser entzieht.
Das Nervensystem kann gestört werden.
Verminderung des Tastsinns an den Händen.
Lähmungen in den Beinen und Gangunsicherheit (meist durch das Absterben von Zellen des Kleinhirns).
Gedächtnisleistungen, Konzentrationsfähigkeit und intellektuelle Fähigkeiten lassen nach.
Wahnhafte und psychoseähnliche Zustände können auftreten (Eifersuchtswahn, Verfolgungswahn etc.)
Ausbildung einer Fettleber mit anschließender nicht rückbildbarer Zirrhose (die Leber wird hart und kann den Körper nicht mehr entgiften). Die dadurch höhere Vergiftung im Körper lässt weitere Hirnzellen absterben und das Blut, dass schwerer durch die Leber kommt, wird umgeleitet (z.B. über die Speiseröhre).
Diese Umleitungen sind empfindlich und können platzen; der Tod kann durch plötzlich auftretende Blutungen in der Speiseröhre auftreten.
Das Krebsrisiko ist drastisch erhöht.

Binchdrinking/Komasaufen
Komasaufen ist eigentlich nur ein Oberbegriff des Alkoholgenusses mit dem Ziel einen starken Rausches. Kampftrinken wäre passender, da man sich nicht in ein Koma säuft, sondern durch den übermäßigen Alkoholgenuss eher in eine komatöse Bewusstlosigkeit fällt. Der Alkohol beeinträchtigt das Stammhirn, dass für Atmung und Puls “zuständig” ist. Diese können sich verlangsamen und zu einer Bewusstlosigkeit führen. Das kann soweit gehen, dass der Patient an Erbrochenem erstickt oder gar nicht mehr in der Lage ist, zu Erbrechen. Erbrechen ist eine Abwehrreaktion des Körpers, um das Gift (den Alkohol) zumindest aus dem Magen herauszubekommen.

Dass auch schon vor diesem Zustand die Motorik und geistige Verfassung extrem gestört sind und ganz ausfallen können (unfähig sich fortzubewegen oder zu artikulieren, einnässen, Filmriss…) versteht sich von selbst. Bei solchen Alkoholopfern ist es ratsam lieber einmal mehr den Notarzt rufen, als zu wenig.

Alkoholkonsum über Schleimhäute | Slimming
Seit einigen Monaten wird auch verstärkt in Deutschland bei Jugendlichen der Alkoholkonsum über die Schleimhäute beobachtet. Der Trend ist seit rund fünf Jahren in den USA aktuell und nun auch nach Europa übergeschwappt. Dabei lassen die Konsumenten in gängiger Praxis Tampons mit hochprozentigem Alkohol (Wodka etc.) vollsaugen und führen sich diese vaginal respektive rektal ein.

Bei dieser Praxis resorbiert der Alkohol nicht erst innerhalb des Verdauungstrakts, sondern gelangt über die Schleimhäute direkt in den Blutkreislauf. Bei dieser Form des direkten Konsums, der nur auf die Wirkung des Alkohols abzielt und nicht auf dessen Genuss’, wird die natürliche Entgiftung über die Leber in erster Instanz übersprungen und der Rausch tritt schneller und heftiger ein. Natürliche Körperreaktionen zur Entgiftung (Erbrechen) schlagen fehl, da der Magen keinerlei Alkohol enthält. Somit erreicht der Konsument weitaus schneller einen kritischen sowie gesundheitsschädlichen Alkoholpegel im Körper, der zu hochgradigen Alkoholvergiftungen und einem Kreislaufzusammenbruch führen kann. Bei weiblichen Konsumenten wird zudem die Scheidenflora stark geschädigt, was zu häufigeren Infektionen führen kann.

Die Hoffnung der Jugendlichen, dass bei dieser Art des Alkoholkonsums keine Alkoholfahne entsteht, zerschlägt die einfache Erklärung, wie Atemalkohol eigentlich entsteht: Ein geringer Teil des konsumierten Alkohols gelangt über den Blutkreislauf und die Lungenbläschen in die Lunge, wo er über die Atemwege “abgeatmet” wird, was im Allgemeinen als “Fahne” bezeichnet wird. Von diesem Abbau des Alkohols “profitieren” beispielsweise Alcomat-Tests, die in solchen Fällen übrigens genauer arbeiten, als bei Konsumenten, die Alkohol oral eingenommen haben. In solchen Fällen verfälschen die Restbestände in den Schleimhäuten des Rachenbereichs die Messwerte.

Weiterführende Informationen:
>>> Alkohol und Koordinations- und Informationsstelle





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